Zigeuner

Als Kind bekam ich, vermutlich von meiner Mutter, ein Buch namens "Die Zigeuner". Meine Mutter führte mich ans Lesen heran. Erst vierzig Jahre später wird mir gewahr, was für unterschiedliche Bücher sie mir im Laufe meiner Kindheit hinlegte. Ohne großes Aufhebens zu machen, ohne Didaktisches Brimborium, Ich bekam Büch und las. Als Hobby gab ich an: Lesen.

Eines Abends, ich war im Gespräch mit meinten Lieblignsteenagern und mit entfleuchte das Wort "Zigeuner". Sie taten entsetzt einen Schritt zurück. Aber wieso denn? Es ging um ein Lied, "Aber am Abend, da speilt der Zigeuner". Ich habe das Lied geliebt, die Stimmung, die Romantik, die man mit dem Zigeunerleben verband. Aber, o Schreck, stimmt ja, man darf Zigeuner nicht mehr sagen. Ich überlege. Trete auch einen Schritt zurück. Da fällt mir dieses Buch ein. Die Geschichte vom 12-jährigen Jan, der in Antwerpen lebt und sich eine Gruppe Rom anschliesst.  Ich erinnere mich, was für eine fremde und faszinierende Welt sich mir darbot. Und schon stürmen die Fragen auf mich ein. War das Buch damals wirklcih gut? Wo sind all die Rom, die überlebt haben? Wie leben sie heute? Wieviel verbindet sich noch mit den Lebensweisheiten ihrer Urgroßväter, wenn sie heute in Siedlungen in Rumänien oder eben sonstwo in Häusern leben müssen? Diejenigne, die vielleicht im Wohnmobil wohnen, wo wollen sie denn heute noch umherziehen fahren sie dann auch nach Park4night?

Jedenfalls hab ich mir einfach das Buch über Booklooker nochmal besorgut und, Leute, es ist noch viel besser als ich es in Erinnerung habe.

 

The Gypsies

von Jan Yoors (Autor)

Herausgeber: ‎ Allen & Unwin
Erscheinungstermin: ‎ 1. Juli 1967

Über die Zigeuner herrscht weithin Unwissenheit.
Gerüchte und Vorurteile, die immer wieder nacherzählt und ausgemalt werden, sind ebenso Zeichen des Unverständnisses gegenüber einer uns fremden Welt wie die vergeblichen Versuche, die nomadisch lebenden Zigeuner seßhaft zu machen. Von einem Glücksfall darf man deshalb sprechen, daß es über jene Vorurteile und Gerüchte hinaus zu einer wahren Darstellung des Volkes gekommen ist, »das seit Jahrhunderten unter uns lebt und doch immer abseits steht."

Die Zigeuner - Jan Yoors lebt mit den Roma und berichtet über das Zigeunerleben von innen

Umgangsformen und Grußformeln

Was genau heißt eigentlich "Hallo"?

Was für ein armseliger Gruß. Auch "Guten Tag" ist ein bisschen langweilig, "Grüß Gott" nicht grad jedermanns Sache.

Und jetzt liest man das Buch "Die Zigeuner" und wird einfach nur neidisch über die Vielfalt an Grußformeln und die Sorgfalt, die die Roma auf Umgangsformen gelegt haben. Das geht von der Nachfrage über das Wohlbefinden  Gesundheit eines jeden Familienmitgliedes bis hin zu guten Wünschen à la " Mögest Du und Deine Familie die nächsten Jahre weiterhin in Wohlstand und Frieden leben".

Ha! Das soll mir mal einer meiner Gäste bei der nächsten Einladung sagen.

Auch in japanischen Büchern wird häufig beschrieben, wie sich Person XY verbeugt.

Ha! Auch das soll mir mal einer meiner Gäste bei der nächsten Einladung bringen.

Also Leute, wenn ihr das nächste Mal zu mir kommt, hier könnt ihr euch bedienen:

  • Mit Gott seid ihr gekommen
  • Möget ihr glücklich sein, möget ihr gesund sein und möge das Haus/Zelt gedeihen
  • Woher kommt ihr?
  • Wohin geht ihr?
  • Möge Gott dir Kraft und Gesundheit geben!
  • Die Ahnen-Begrüßung: In tiefergehenden Gesprächen wird oft der Gruß "Mulo tiri dade!" oder ähnliche Formeln verwendet, die sich auf den Respekt vor den Verstorbenen der Familie beziehen
  • Was gibt es Neues?) begrüßt, woraufhin oft eine stundenlange Schilderung der Reiseereignisse folgt, die formal noch zur "Begrüßung" gehört

Roma-/Zigeuner-Vertreter – vom Steuerübermittler1 zum
Parteivorsitzenden.
Historische Konstante der sozialen Kontaktzone zwischen
Roma/Zigeuner-Gruppen und Gaje-Gesellschaften in
Mazedonien und Bulgarien.:

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