Schottland mit dem Wohnmobil

Zwei Golfer auf einem Küstengolfplatz mit dem Bass Rock im Hintergrund.
Illustrative Landkarte von Schottland mit der Wohnmobil-Reiseroute und Stationen wie Edinburgh, Aberdeen, Loch Ness und Isle of Skye

Die Anreise: Mit Bio-Eiern und Hafenblick

24. Juli am Abend, Ankunft nahe bei Hoek van Holland

Das Highlight: Die Nachbarin schenkt uns drei Bio-Eier. Wir revanchieren uns mit Amicelli. Guter Tausch. Für wen wohl?

Auf der Fähre fallen die Windparks ins Auge. Auf dem Meer ist sowieso mehr los als auf einer italienischen Autobahn. Wir kaufen Scheinwerfersticker um im Linksverkehr keinen zu blenden. Aber wie klebt man die auf? Während wir in Harwich an der Passkontrolle SChlage stehen, gehe ich die Wohnmobile ab und finde: Es wir kreuz und quer oder gar nicht geklebt.

Guter erster Stellplatz: in Bar Hill (Park4night)

Ankunft in Schottland, Sheffield
Verbranntes Gras, goldgelbe Getreidefelder – farblich irgendwo zwischen Spanien und Frankreich. Ich hatte englischen Rasen erwartet.

Normen meistert den Linksverkehr mit Bravour, meine Nerven werden wieder 10 cm kürzer.

Eindrücke Anreise nach Schottland

27.7. Erste Nacht in Schottland: Dunbar

Hinter der schottischen Grenze finden wir einen prima Schotterplatz an der  Steilküste. Der Regen stoppt mal einen Moment, wir kochen, essen, entscheiden hier zu übernachten.

Just in dem Moment kommen vier düster aussehende Typen, klopfen an die Scheibe und fragen: "Is this a Tourist place!?" Kaum ist die Fensterscheibe runter, steckt schon der ganze Kopf des Typen im Wagen und er scannt das Innere mit neugierigem Blick. Ich komme auch nach vorn, er zuckt zurück, fragt nochmal ganz intensiv "Tourist place?", seine Kumpels lugen ihm über die Schulter.  Ok, wir wissen nicht, was das für ein "place" ist und suchen das Weite.

So finden wir Dunbar, ein Städtchen wie aus dem Prospekt.

Wir dürfen gegen eine Spende am romantischen Hafen stehe, mit Blick auf eine Burg Ruine, am Hafeneingang. Die Sonne scheint zwischen zwei Felsen hindurch, die KiWitt Vögel machen Kiwitt und man sieht überall Lobster Reusen. Im Bus ist es klamm, wir heizen und gehen dann doch lieber ins urige Dorf Pub und kriegen noch ein letztes gutes schottisches Bier.

Mit dem Rad erkunden wir Tantallon Castle, weiße Felsen, die Escape-Sauna beim Café und den Vulkankegel. Heute geht es nach North Berwick: Toller Platz am Meer, viel Sandstrand, netter Ort und gute Fish and Chips im Rocketeer.

Blick über blühende Weidenröschen und Maschendrahtzaun auf die felsige Insel Bass Rock im Firth of Forth.
Fotograf bei der Arbeit: Ausblick durch die Küstenvegetation auf die Felseninsel Bass Rock.

Nette Kontakte
wir hören auf zu zählen

Lieblings-Reiseland?
Anfangs gar nicht, mit Abstand dann doch wieder

Whiskey
Erst nein, dann fein

28. Juli in North Berwick ins Meer springen

Wir besteigen den Vulkankegel Law. Alle Vulkankegel heißen "Law".

Der Wind trägt uns hinauf und bremst den Abstieg.

Auf dem Streckenabschnitt von Gullane Beach bis nach Prestonpans gab’s einige Kite-Spots, jedoch alle Zufahrten höhenbeschränkt. Wir sind einigermaßen neidisch und enttäuscht, lassen es uns aber so gar nicht anmerken.

In Edinburgh

Wir übersehen den Park & Ride und gehen stattdessen auf den 60 Pfund teuren Camping Platz. Trotz ADAC Ermäßigung. Aber super nettes Personal, die armen jammern über die Hitze während wir über die läppischen 19 Grad erbost sind.

Mit dem Fahrrad kommt man super in die Altstadt, durch viel Grün und breiten Radwegen.

Dann aber der Schock: Vollgepfropft mit Menschen, ehrwürdigen Gebäuden, Pflastersteinen.
Noch mehr Steine, Gebäude. Ein Baum? Fehlanzeige. Verwöhnt aus Berlin. Egal. Jetzt zum Castle: Das Edinburgh Castle ist jetzt geschlossen. Dann halt zur St. Giles Cathedrale: Die Kirche ist jetzt geschlossen.

Ein Bier? Wir finden kein Pub.

Jetzt regnets Bindfäden. Wir finden endlich die "Winkelgasse." Super gemütlich. Gegenüber ist der bester Fisch and Chips Laden: Bertis Fish and Chips.

Yep. Jetzt geht's wieder. Und jetzt finden wir auch den besten Pub der Stadt. Mit Pub-Auszeichnung. Live-Musik. Alle kennen sich und der Chef prostet uns zu. Und verabschiedet sich mit Handschlag.

Der Heimweg gestaltet sich schwierig: im strömenden Regen über glitschiges Kopfsteinpflaster, das Handy gibt auf, zu nass, durch die Brille seh ich nur das verschwommene rote Rücklicht von Normen. Wie haben wir das geschafft?

29. Juli Arbroath

Abstecher nach Lunan Bay. Bei Regen und grauem Himmel ist auch der schönste Strand irgendwann einfach nur ein Strand.

Wir sind angefressen, weil es dauernd regnet, gehen dann aber trotzdem mit Regenponcho rüber zu Dunnottar Castle und finden eine beeindruckende Burgruine auf einem schroffen Felsen.

Wieder ein nettes Beispiel, wie höflich hier sogar kleine Jungen sind. Beim steilen Abstieg kommt eine Familie entgegen, der ca. 8-jährige Sohn sagt: "Oh, aber Ihr müsst da nicht hinüberlaufen, dass Schloss ist gar nicht mehr geöffnet."
Natürlich gehen wir trotzdem hin, es ist auch so spekatkulär.

In Aberdeen stehen wir zunächst einsam am Leuchtturm, Auge in Auge mit einer Bohrinsel.

Dann Footdee, von den Einheimischen Fittie genannt: ein altes Fischerdorf direkt am Hafen, mit kleinen Häusern, engen Gassen und winzigen Höfen, das wirkt, als hätte man es mitten in Aberdeen vergessen..

30. Juli – Aberdeen: Granite City

Ganze Straßenzüge bestehen aus hellem Granit, der bei Sonne silbrig glitzert. Bei unserem Wetter überzeugt vor allem das Grau. Dennoch erinnert mich diese Stad an "Die weiße Stadt Gondor". So wie mir hier eh ständig Harry Potter, Herr der Ringe oder Terry Pratchett über den Weg läuft.

Wir haben den Stellplatz gewechselt, man kann gut an der ewig langen Promenade am Meer stehen. Die gesamte Waterfront ist mit kleinen Imbissbuden/-wagen gesäumt. Bei der "Tattie Queen" quatschen uns ein paar Männer beim Kaffee an. „Tattie“ heißt auf Schottisch Kartoffel – damit wäre zumindest der Name geklärt.

31. Juli – Whisky und Nairn

Die The Balvenie Distillery in Dufftown hat geschlossen. Also schlendern wir ein bisschen über das Gelände, schauen am Visitor Centre vorbei – und entdecken schließlich eine offene Tür zum Still House, wo die großen kupfernen Pot Stills stehen.

Offene Tür. Menschenleer. Was soll man da machen?

Wir schlüpfen hinein und stecken neugierig überall die Nase rein. Zwischen Wash Stills, Spirit Stills und jeder Menge Kupfer ist weit und breit niemand zu sehen.

Fast niemand. Plötzlich steht ein Hüne vom Wachdienst vor uns. Oh. Jetzt gibt’s Ärger.
Wir machen uns innerlich schon auf den verdienten Anschiss gefasst.

Und hören stattdessen, in höflichstem Schottisch: „You guys, are you lost? Can I help you?“

Kein Wort darüber, dass wir gerade ziemlich offensichtlich auf Privatgelände herumstromern. Stattdessen erklärt er uns bedauernd, dass die Führungen auf Monate ausgebucht seien, erzählt noch ein bisschen über die Destillerie – und zeigt uns freundlich den Weg hinaus.

Wolle wir jetzt Whiskey trinken?

Einigermaßen enttäuscht, dass wir keine Whisky-Tour bekommen haben, aber hocherfreut über den netten Kontakt, planen wir weiter. Ist ja schließlich nicht die einzige Destillerie in Schottland.

Schon hat Sabine einen Termin für übermorgen um 10 Uhr gefunden. Aha. Da wollen wir also morgens um zehn schon Whisky trinken? Eher nicht. Was gibt’s noch? Um 12 Uhr die Tour ohne Whisky. „Nur“ 50 Pfund. Um 13 Uhr Whisky ohne Tour. Auch 50 Pfund.

„Was soll ich buchen?“ Keiner will so recht entscheiden. Bis irgendwann herauskommt, dass wir uns eigentlich alle vier gar nicht besonders für Whisky interessieren und nur den anderen zuliebe mitmachen wollten. Muss man ja in Schottland.

Ein paar Tage später bringt Stéphane sechs kleine Degustationsfläschchen von der Isle of Skye mit. Anfangs schmeckt uns genau gar nichts. Am Ende kaufen wir dann nach.

In Nairn stehen wir direkt am Wasser. Sehr angenehmer Ort an der Küste und Gelegenheit für die nächste Portion Fish and Chips.

Große Portion oder für zwei?

Wir bestellen zwei Portionen, Sabine und Stéphane vier. Der Laden ist brechend voll, die Frauen hinter der Theke arbeiten im Akkord.
Dann sind wir dran. Eine von ihnen ruft laut: „Fish and chips, two portions!“ und stellt eine Schachtel auf den Tresen. Ich starre auf den Berg aus Fisch und Pommes. Neben mir starren Sabine und Stéphane auf eine ähnlich gigantische Schachtel.

„Four portions!“, ruft die Frau.

Jetzt beginnt das Rechnen. Wenn das da für vier Personen ist, ist es eigentlich gar nicht so viel. Wenn unseres für zwei ist, allerdings schon.

Es entspinnt sich eine Diskussion, bei der niemand den anderen versteht.
Wir fragen, die Frauen hinter der Theke antworten immer wieder: „Yes, two portions.“ – „Yes, four portions.“ Wir blicken trotzdem nichts.

Erst als die nächste Schachtel mit genauso viel Fish and Chips vollgepackt wird, dämmert es uns: Das hier ist jeweils eine Portion.

Wir haben drei Tage davon gegessen

Loch Ness

Während Sabine und Stéphane auf Nessie-Bootstour gehen, fahren wir mit dem Fahrrad zum Urquhart Castle.

Das Castle ist touristisch überlaufen, wir schlagen uns durch den Wald und finden  einsame Stellen direkt am Loch Ness – ganz ohne Nessie-Shop.

Loch Cluanie

Am Ende von Loch Cluanie wird die Landschaft richtig schön zerklüftet und leer. Normen besteigt einen Berg. Einfach so, neben der Straße. Ich schaue lieber von unten auf die Landschaft. Arbeitsteilung.

Isle of Skye

Das ist die geniale Gschäftsidee: Portree mit seinen "berühmten" bunten Fischerhäuschen. Das Fischerdorf hat absolut nichts zu bieten. Was machen also die Bewohner, damit sie noch mit nichts eine schnelle Mark verdienen können? Sie malen ein paar Häuser bunt an und schicken die Fotos an sämtliche Reiseführer. Seither überfallen Touris den Ort, fotografieren besagte Bunthäuser, verstopfen jede Gasse und bringen den Parkplatz zum platzen.
Mein Tipp: Meiden sie den Ort.

Neist Point – einmal hin und leider auch wieder zurück

Spektakuläre Steilküste im Westen von Skye mit Leuchtturm und weitem Blick über den Atlantik. Bei gutem Wetter einer der bekanntesten Aussichtspunkte der Insel – bei Nebel und Regen entsprechend weniger ergiebig.

Der Weg dahin ist gruselig, einspurige Straße mit Ausweichbuchten zum Vorbeilassen anderer Wohnmobile, LKWs und Reisebussen. Das System funktioniert erstaunlich gut, weil die Shotten einfach unglaublich höflich und geduldig sind. Auf dieser Straße kennt man keine Angst und keinen Schrecken: Der Doppeldecker-Reisebus fliegt mit gefühlten 90 Sachen über die löchrige Straße und hockt den Wohnmobilen im Nacken.

Unsere Nerven werden auf unterschiedliche Zerreißproben gestellt: ich, weil ich auf diesen Straßen schlicht Angst habe, Normen, weil vor ihm ein superlangsamer Franzose mit Blümchen und Blättern an den Fahrrädern im Schneckentempo dahinkriecht. Er hält bei jeder Ziege an und zückt den Foto. Hinter uns eine endlos lange mehr oder weniger geduldiger Fahrzeuge, die einfach keine Chance haben vorbeizukommen.

Tipp: wenns regnet lohnt sich Neist Point nicht.

Zumal es eine One-Way Strecke ist. Wir kommen in so dichtem Nebel an, dass wir gar nicht aussteigen wollen und erst mal Kaffe kochen. Gerade, als wir loswollen, sehen wir den Franzosen auf sein WoMo zusteuern, er will den Rückweg antreten. Noch nie habe ich so schnell die Kiste klar gemacht und war on the Road, Neist Point kann mich mal, Hauptsache auf dem Rückweg nicht mehr hinter dem Schleicher herkriechen. Wir fliehen Hals über Kopf.

 

Great Yarmouth
Klassisches britisches Seebad an der Nordseeküste mit langem Sandstrand, historischen Piers, Spielhallen und Vergnügungsparks mit Achterbahn und Minigolf entlang der „Golden Mile“. Bekannt ist der Ort außerdem für den Britannia Pier, das historische Merrivale Model Village und die typische englische Seaside-Atmosphäre.

Ich freue mich über dei "Amusements", spielhöllen, mit Flipper, Münzautoaten, Klimbim Glanz und Gloria

Natürlich Fish and Chips.

Der zweite Parkplatz ist laut und Übernachten eigentlich nicht erlaubt. Zehn Minuten weiter südlich landen wir deshalb in Lowestoft – ohne irgendeine Ahnung, was uns dort erwartet.

8. August – Lowestoft

Mit dem Fahrrad am Meer entlang wird Lowestoft zur Reise durch zwei Welten: erst komplette Industrieoptik, dann plötzlich Buden, Livemusik, bunte Leute und auffallend viele Rentner auf motorisierten Renngefährten.

Weiter am Strand entlang stehen die typischen britischen Beach Huts: kleine bunte Strandhäuschen, vor denen ganze Familien auf Campingstühlen sitzen, als hätten sie dort seit 1973 ihren festen Platz.

Und am Ende des Regenbogens: der Kitespot.

Baden, chillen und später im Beach-Restaurant ein Bier. Oder auch zwei.

Wir schauen den Rentnern auf ihren Renngefährten zu.

Viele tätowiert, viele ein bisschen unförmig. Es ist sehr interessant.

Und wieder grüßen uns die Leute freundlich – sogar dort, wo wir eigentlich gar nicht mit dem Fahrrad fahren dürfen.

Die englische Höflichkeit hat doch was für sich.

Schnell noch den Fliegenschutz repariert. Läuft.

31. 08. Put the nozzle back

Auf dem letzten Tropfen Sprit rollen wir nachts an eine erstaunlich günstige Tanke. Kein Mensch da. Na gut, ich hab ja N26. Also Zapfpistole in den Tank, Kreditkarte in den Schlitz und brav den Anweisungen folgen. Bis zur Fehlermeldung. Hm. Will er nicht. Warum? Wieder so ein Problem mit der durchsichtigen N26 wie damals an der serbischen Autobahnmaut, wo irgendwann ein Mitarbeiter mit dem Fahrrad angefahren kam, den Kasten aufschloss und uns unsere Karte zurückgab?

Noch mal von vorn. Immer dasselbe: „Put the nozzle back.“ Hm. Ich zerre an meiner Karte herum. Was denn jetzt!? Zum Glück kommt an der Zapfsäule gegenüber eine nette Schottin an. Natürlich hilft sie sofort, geht den ganzen Prozess mit uns durch, grübelt, probiert, hat am Ende genauso wenig Ahnung wie wir – ist dabei aber obernett.

Irgendwann komme ich auf die revolutionäre Idee, den Satz „Put the nozzle back“ einfach mal zu übersetzen. Man muss die Zapfpistole nämlich erst in den Tank stecken, nachdem die Zahlung genehmigt wurde.

Au Mann..

Nette Kontakte

Dunbar: Vor der Bäckerei erzählt uns eine Frau, dass ihr Hund hier immer eine Wurst bekommt. Der Hund bestätigt das durch Anwesenheit.

Edinburgh: Im Pub sofort nette Gespräche. Höhepunkt: „Are you stealing my beer?“

Aberdeen: Die Männer von Tattie Queen beim Kaffee: „French? German? Dutch?“ Deutsch. Knapp daneben.

Nairn: Beim Altglasentsorgen angebrüllt worden.

Bilanz: Nette Kontakte: viele. Böser Schreihals: 1.

 

28.7. Gemütliche Nacht in North Berwick

Frühstück und dann einmal ins Meer tauchen. Das Wetter spielt mit und so besteigen wir den Vulkankegel "The Law".
Der Wind trägt uns hinauf und bremst unseren Abstieg.
Auf dem Streckenabschnitt von Gullane Beach nach Prestonpans gibt es Kite-Spots aber Parkplätze nur für PKW: Höhenbeschränkung.

In Edinburgh: Voll, gerade um 18 Uhr. Edinburgh Castle ist geschlossen, die Kirche ist auch geschlossen. Wir finden kein Pub. Wir sehen die Winkelgasse, essen Bertis Fish and Chips und finden doch noch ein Pub. Dann geht es im strömenden Regen nach Hause, wo die Handys immer aufgeben. Auf dem Campingplatz wird geduscht und gut ist.

29.7. Wir verlassen Edinburgh und machen die erste Pause in Arbroath am Meer für ein gutes Frühstück. Jetzt geht es weiter. Ein Abstecher zur Lunan Bay wäre nett, aber weil es regnet und alles grau ist, ist es halt nur ein Strand. Jetzt schauen wir uns Dunnottar Castle an. Wir sind angefressen, weil es dauernd regnet, gehen dann aber trotzdem rüber mit Regenponcho und finden eine beeindruckende Burgruine auf einem schroffen Felsen.

Weiterfahrt nach Aberdeen, zuerst auf den Parkplatz, wo der Leuchtturm ist – sehr einsam. Wir sehen eine Bohrinsel. Fahren dann weiter an die Strandpromenade, wo wir noch einen Spaziergang durch Footdee machen.

30.7. Wir schauen uns Aberdeen an.

31.7. Honks beim Tanken: Die Karte geht nicht („Please put the nozzle back“). Wir treffen Sabine und fahren auf der Whisky-Route. Alle Distillerien haben geschlossen, weil wir nur gucken. Wir schauen sie uns an und fahren dann weiter nach Nairn. Dort stehen wir schön am Wasser, holen uns Fish and Chips und genießen den Abend mit merkwürdigem Whisky.

1.8. Jetzt geht es weiter Richtung Loch Ness. Sabine und Stéphane sind Delfine schauen gegangen. Wir sind mit dem Fahrrad zum Urquhart Castle, in den Souvenirshops und durch den Wald an ein einsames Ufer von Loch Ness gefahren. Daves Rest ist ein netter Platz. Am Abend sitzen wir alle sehr nett zusammen. Normen und die Kinder bauen einen Staudamm am kleinen Fluss neben dem Stellplatz. Das erste Mal sitzen wir draußen.

2.8. Sabine und Stéphane machen eine Bootstour auf dem Loch Ness. Wir baden in dem kleinen Stausee, den die Kinder gestern gebaut haben. Nach einem guten Frühstück fahren wir los Richtung Highlander-Schloss. Ganz am Ende von Loch Cluanie machen wir Halt und Normen besteigt den Berg. Ich schaue auf die zerklüftete Landschaft am Ufer des Loch. (还练到flows call man camping class me place of the slow and last)

3.8. Isle of Skye in Portree mit den bunten Häusern: Sowas Blödes, da malen die Fischer einfach vier Häuser bunt an und dann strömen die ganzen Touristen dahin und wollen das angucken. Ein großer Parkplatz ist komplett überfordert und überfüllt. Stress pur in An Corran.

4.8. Das Fliegengitter reißt, Reparierung. Wir fahren Richtung Neist. Wir sind wieder auf der Flucht um den Nordzipfel der Isle of Skye, jagen ein Wohnmobil, ditschen Schafe an und quälen uns durch Nieselregen und Nebel auf schmalen Straßen. Beim Vorbeilassen in den Parkbuchten nickt man sich freundlich zu. Jetzt werden wir gejagt von einem schottischen doppelstöckigen Reisebus, der mit 80 Sachen über die löchrige Super-Landstraße brettert. Kaum hat er uns überholt, wird er langsamer. Schweinepriester!

Unsere Nerven werden auf verschiedenartige Zerreißproben gestellt: ich, weil ich einfach Angst auf der Straße habe, und Normen, weil vor ihm ein super langsamer Franzose mit Blümchen und Blättern an den Fahrrädern im Schneckentempo dahinkriecht und sich nicht traut, mit 2 Metern Abstand an einem Auto vorbeizufahren. Jede Ziege wird ausgebremst.

Neist im Regen anzugucken ist eine Schnapsidee. Das Dumme ist, es ist eine Sackgasse, das heißt, wir müssen alles wieder zurück. Dem Franzosen möchte ich auf dem Rückweg nicht begegnen. Den Aussichtspunkt haben wir nicht gesehen, da war zu viel Regen. Wir fahren zurück und kommen hinter dem Eilean Donan Castle auf einen Platz.

5.8. Dauerregen. Es kann tatsächlich noch schlimmer kommen: vor uns eine Schnecke und dahinter zwei Wohnmobile – keine Chance, den lahmarschigen Konvoi zu überholen. Die Zeit dehnt sich wie Kaugummi zwischen heißem Asphalt und meinen Schuhen. Das Universum hasst mich. Kenst du (Hund) springt noch einmal in einen Gebirgsbach, ansonsten fahren wir durch eine schöne Highland-Landschaft an verschiedenen Lochs vorbei. Wir finden den einsamen Parkplatz.

6.8. Auf dem einsamen Parkplatz: erster Urlaubstag! Da war es schön. Noch auf den Berg und weiter Kilometer fressen. Am Abend stellen wir fest, dass der Kühlschrank aus ist. In Great Yarmouth suchen wir ein bisschen herum und parken dann an der Hafenstraße, wo auch ein paar andere Wohnmobile stehen. Es ist ziemlich laut, und am nächsten Morgen sehe ich einen, der vor uns geparkt hat, plötzlich mitten auf der Parkanlage stehen. Ganz schön frech.

7.8. Great Yarmouth: Baden im Meer, Chillen am Strand. Mit dem Fahrrad geht es in den Ort an die Promenade und die Fußgängerzone – sehr viel Amüsement, Achterbahn, Parks, Attraktionsparks. Am Nachmittag gibt es Fish and Chips. Abend sitzen wir im Park und trinken Bier. Wir sitzen noch am Strand und schauen beim Baseball zu. Wir entscheiden uns dann aber weiterzufahren, weil der zweite Parkplatz sehr laut und zudem nicht erlaubt ist. Wir fahren ein Stück Richtung Süden (10 Minuten). Der Ort heißt Lowestoft, wir haben keine Ahnung, was uns hier erwartet.

8.8. In Lowestoft: Erwachen mit Meeresblick, es war eine ruhige Nacht. Mit dem Fahrrad fahren wir am Meer entlang bis zum Ort – eine Reise durch zwei Welten: Zuerst komplette Industrial-Optik, dann plötzlich Buden, Livemusik, bunte, lustige Leute, sehr viele auf Rentnerbuggys. Immer weiter am Strand an einer tollen alten Kirche vorbei und immer noch weiter am Strand plötzlich diese Hölzer und Strandbuden, wo ganze Familien auf Campingstühlen im Kreis vor der Bude hocken.

Und am Ende des Regenbogens der KiteSpot! Baden, chillen, auf dem Rückweg in einem Beach-Restaurant ein Bier getrunken oder auch zwei. Und den Rentnern auf ihren Renngefährten zugeguckt: Alle tätowiert, viele ein bisschen unförmig, es ist sehr interessant. Auch hier: Menschen grüßen uns, Menschen sind nett zu uns, obwohl wir sogar auf der für Radfahrer verbotenen Strecke radeln. Die englische Höflichkeit hat doch was für sich. Schnell noch den Fliegenschutz repariert. Läuft!